Wert

Schornstein mit Lichtern

Schnee, Schnee und noch mehr Schnee die nächsten Tage. In München auch ungewöhnlich, aber kein Problem. Weiter im Süden sieht es anders aus. Mal sehen, wie sich das Wetter entwickelt. Früher, so hört man, war das ja normal.

Ich lese gerade ein Buch, in dem der Strom weg ist. Böse Menschen wollen die Weltherrschaft übernehmen, um eine neue Zeitrechnung anbrechen zu lassen…

Strom weg: nicht normal. Der Strom bleibt mehrere Tage weg, in einer Welt, in der alles von allem abhängt. Wir entblättern uns, die Instinkte kommen durch. Solidarität aber auch Gier, Egoismus und Angst in einer Gegenwart ohne technische Hilfe, oder grundlegender Infrastruktur: der Wasserhahn bleibt ohne Funktion. Können wir in einer Stadt 2019 ohne Hilfe überleben?
Ich denke nicht! Die Menschen werden aufs Land flüchten, wo sich die Bewohner schützen werden vor den Menschenfluten aus der Stadt. Kampf um die Ressourcen auf dem Nachbargrundstück. Gibt es überhaupt noch Grenzen, gelten Verträge noch, was ist Geld noch wert? Was hat überhaupt noch Wert?

Wir hoffen, dass der rote 10-Euro-Schein auch eine Kaufkraft von 10 Euro hat. Jeden Tag bestätigt uns das der Bäcker oder der Supermarkt: wir bekommen dafür das gewünschte.

Geld hat keinen Wert, es beruht auf einem Versprechen.

Die Ökonomen meinen, der Wert von Geld liegt einzig in der Fähigkeit, das es investierter wird, damit die Wirtschaft weiter wächst und an irgendeiner Stelle der Mehrwert weiter ansteigt.

Ich weiß nicht, immer mehr von allem, noch dazu auf Kosten anderer: so geht es auch nicht immer weiter…

Gewohnheiten sind gefährlich

Morgenhimmel

Bei Fledermäusen sind immer die gleichen Flugwege ein Zeichen für mangelnde Anpassung, damit gefährlich, wenn plötzlich ein Hochhaus im Weg steht. Politikerfahrzeugkolonnen nehmen immer andere Weg, jedenfalls lese ich das bei Schätzing, sonst auch gefährlich.
Wir stehen auch jeden Morgen früh auf, auch gefährlich, weil zu früh!

Die Gabe der Kommunikation ist noch nicht entfaltet, der Austausch von Informationen ist sehr reduziert und erfordert auf der Gegenseite die ebenfalls noch im Traum befindlichen Applikationsfähigkeiten des Geistes. Kurze Bruchstücke, die den Alltag regeln sollen. Die Kommunikation bricht sich durch die Morgensituation…
„Wenn ich eine Stunde länger schlafen könnte, wäre ich ein anderer Mensch.“ Ja, denk ich mir, vielleicht wäre es dann anders.
Die Morgen-Dämmerung am Wochenende kann für mich die schönste Zeit des anbrechenden Tages sein. Der andere Teil der Familie drehet sich nochmal unter der Decke auf die andere Seite, ich schalte die Espressomaschine an. Lesen, Kaffee, Bass: bis halb zehn nicht mehr oder weniger. Ein begrenzter eigenverantwortlicher Kosmos, herrlich entspannt.
Ist es wirklich besser, wenn wir den geregelten Tag dem Sonnen-Tag anpassen? Schule beginnt 9 Uhr, Geschäfte schließen eine Stunde später, Tagesschau um neun. Mehr schlafen wir dann auch nicht, aber die Sonne ist schon ein Stück weiter… keine Ahnung. Ich trink meinen Kaffee aus und gehe zur Arbeit, es dämmert noch.